Aus der GAZ: Geschichte auf lokaler Ebene nachvollziehen - Präsentation der Gießener Beiträge zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2024/25
Bis zum 26. Mai werden die Schülerbeiträge zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten in der Hauptfiliale der Sparkasse Gießen ausgestellt.

Aus der GAZ: Geschichte auf lokaler Ebene nachvollziehen - Präsentation der Gießener Beiträge zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2024/25

 

Gießen – Geschichte sichtbar zu machen, darum geht es in einer nun in der Sparkasse Gießen eröffneten und bis zum 26. Mai laufenden Ausstellung, in der 21 Schüler-Beiträge auf großformatigen Tafeln präsentiert werden, die am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2024/25 teilgenommen haben. An dem Wettbewerb, der unter dem Motto „Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte“ stand, hatten sich 39 Schüler und Schülerinnen aus dem Landkreis Gießen mit 23 Beiträgen beteiligt. Insgesamt machten 36 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sieben bis zwölf des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums (LLG), zwei der elften Jahrgangsstufe der Liebigschule und mit Jorim Schneider (3. Klasse) ein Schüler der Grundschule Edelgarten Staufenberg-Treismit.

Wettbewerb besteht seit 1973

Seitens der Sparkasse betonte Vorstandsmitglied Ilona Roth, dass diese gerne ihre Räumlichkeiten als Ort der Begegnung zur Verfügung stelle, um somit dieser Plakatausstellung einen anderen Blick auf Geschichte zu werfen. Oberbürgermeister Frank Tilo Becher erinnerte an die fast 40-jährige Mitwirkung Gießener Schulen an diesem seit 1973 bestehenden Wettbewerb. „Wir begegnen in dieser Ausstellung Grenzen auch als Ausgrenzung, können einen Blick auf politische Auseinandersetzung um das Jugendzentrum Kanzleiberg wie auch die Lahn-Stadt werfen.“ Sein besonderer Dank galt den engagierten Lehrkräften und vor allem natürlich den jungen Menschen, denn auf diese komme es an.

Christian Pöpken, Leiter des Stadtarchivs Gießen, verwies darauf, dass dieses regelmäßig zusammen mit Tutoren und Betreuern die aktuellen Gießener Beiträge vorstelle und die Ausstellung in der Sparkasse so schon einer gewissen Tradition folge. Ziel der Ausstellung sei es, die Forschungsergebnisse der Schülerinnen und Schüler einem größeren Publikum zugänglich zu machen und Interesse an historischen Themen zu fördern. Die Ausstellung sei eine „späte Frucht“ des Wettbewerbs, der dazu beigetragen habe, dass sich viele Teilnehmende durch ihre Projekte langfristig motiviert wurden und sich aktiv in die lokale Erinnerungskultur eingebracht haben. Dies zeige sich in ihrer Mitwirkung an Gedenkprojekten wie der Verlegung von Stolpersteinen, der Organisation und Moderation von Veranstaltungen an Erinnerungsorten sowie in Initiativen zur Ehrung bedeutender Persönlichkeiten der Nachkriegszeit.

Elisabeth Aberschanski (LLG) stellte ihren Beitrag zum Thema „Jüdische Rechtsanwälte aus Gießen zwischen Verfolgung, Selbstbehauptung und Emigration 1933-1945“, Tibelia Celik und Helene Knocke (beide Liebigschule) ihre Gemeinschaftsarbeit über die „Städtepartnerschaft Gießen-Netanya. Besuchsprogramme und der Umgang mit der NS-Vergangenheit“ und abschließend Nele Zeh (LLG) „Prof. Dr. Helga Schmucker – eine starke Frau, die Grenzen überwand, Zum bewegten Leben einer Pionierin“ vor. Begleitet wurden die Schüler von ihren Betreuern, Tutorinnen und Tutoren. Diese haben das Stadtarchiv auch bei der Vorbereitung der Plakate unterstützt. Entwürfe kamen von den Gießener Lehrkräften Dr. Steffen Boßhammer, Sebastian Dauzenroth, Christoph Geibel, Markus Lepper sowie von Sabine Schneider, der Mutter von Jorim. Unterstützen konnten auch fünf Lehramtsstudierende.

Mit der Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge will man sowohl ermutigen als auch anspornen, sich an solchen Wettbewerben zu beteiligen und sich mit Geschichte auch auf der lokalen Ebene auseinanderzusetzen. Gleichzeitig soll durch die Ausstellung gezeigt werden, wie vielfältig die Interessen und Lerngebiete von Schülern sind. Musikalisch umrahmte die Schülerband des LLG unter der Leitung von Jerry Maute-Möhl die Ausstellungseröffnung. nal


Quelle: Gießener Allgemeine, 24. April 2026, S. 28.