Der zehnte Schüleraustausch zwischen Gießen und Wenzhou findet statt. Die Nachfrage war nach der Corona-Pause überwältigend groß.
Gießen – Die Städtepartnerschaft zwischen Gießen und der chinesischen Stadt Wenzhou lebt. Aktuell besuchen 31 Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren samt ihren Betreuern Gießen. Insgesamt verbringen sie rund 14 Tage in Deutschland. Für die Osterferien ist der ebenso lange Gegenbesuch geplant. Organisiert wird der Austausch von dem Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Gießen–Wenzhou in enger Kooperation mit dem Staatlichen Schulamt. Am Mittwoch gab es einen offiziellen Empfang in der Mensa des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums.
Mit den Worten „Sie bringen uns ein Stück ihrer Heimat – Chinas – näher“, begrüßte Annette Pfannmüller, Schulleiterin des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums, die Gäste im Namen der teilnehmenden Schulen. „Diese Verbindung lässt Freundschaften entstehen, die weit über eine Partnerschaft hinausgehen können“, ergänzte sie und wünschte den Gästen, dass sie viele neue Eindrücke mit nach Hause nehmen könnten.
Investition in die Zukunft
Für das Staatliche Schulamt überbrachte Kerstin Gromes die besten Grüße und merkte an, dass die Gäste mit den vergangenen Faschingstagen etwas typisch Deutsches erleben konnten. Sie dankte den Organisatoren und Gastfamilien, die ihre Haustüren und ihre Herzen geöffnet hätten. Den Organisatoren des Austauschs sprach Dezernent Francesco Arman ebenfalls seinen herzlichen Dank aus. Er sah in dem Austausch eine Investition in die Zukunft, denn er biete die Chance, Vorurteile abzubauen.
Christoph Bach, stellvertretender Vereinsvorsitzender, forderte die jungen Teilnehmer des Austauschs auf, sich auf die neuen Erfahrungen einzulassen – dafür benötige es Neugierde, Offenheit und Mut. Allerdings bekämen sie dadurch auch mehr geboten als reine Erfahrungen. So berichtete er, dass ein Austausch vieles im Nachgang auslösen könne, was man jetzt noch nicht absehen könne. Seit 2014 sei es der zehnte Schüleraustausch zwischen den beiden Städten, ergänzte Bach anschließend. Der rege Austausch sei lediglich durch Corona unterbrochen worden. „2025 haben wir nachgefragt, ob Interesse daran noch bestünde. Die Nachfrage war überwältigend“, berichtete er. Aufgrund dessen soll der Erfahrungsaustausch in den nächsten Jahren konstant weitergeführt werden.
Sechs Schulen beteiligt
An dem breit angelegten Schüleraustausch beteiligen sich die Liebigschule, das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium, die Ricarda-Huch-Schule, die Herderschule, die Gesamtschule Gießen Ost und die Gesamtschule Hungen. Der Schüleraustausch verläuft in diesem Fall anders als gewohnt. So gestalteten die Ostschule, die Liebigschule und das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium jeweils einen Erlebnistag für die gesamte Schülergruppe.
Gemeinsamer Ausflug
Zudem hatten die Schüler die Gelegenheit, mit ihren deutschen Gastgeberschülern einen deutschen Schulalltag mitzuerleben. Die Schüler wohnen bei den jeweiligen Gastfamilien und hatten insgesamt vier Tage Zeit, individuell die Gegend, Land und Leute zu erkunden. Flankierend dazu organisierte der Verein einen gemeinsamen Ausflug nach Marburg. Ab Samstag unternehmen die chinesischen Schüler noch einen dreitägigen Städtetrip, bevor sie wieder zurückfliegen.

